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Wirtschaftsbeziehungen

Option für Wirtschaftsbeziehungen

Option für Wirtschaftsbeziehungen, © Colourbox

Artikel

Kenia ist  einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Deutsch­lands in Ostafrika. Potenzial besteht für deutsche Firmen für Investitionen in Infrastruktur, Telekommunikation, Transport, erneuerbare und fossile Energien, Maschinenbau sowie Landwirtschaft.

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen

Kenia ist  einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Deutsch­lands in Ostafrika. Potenzial besteht für deutsche Firmen für Investitionen in Infrastruktur, Telekommunikation, Transport, erneuerbare und fossile Energien, Maschinenbau sowie Landwirtschaft. Das deutsche Interesse an Kenia ist in den letzten Jahren gewachsen, dies zeigt sich vor allem durch erhöhte Firmenniederlassungen im Land. Über 120 deutsche Unternehmen beschäftigen geschätzt ca. 4.500-5000 Arbeitnehmer in Kenia. Die deutschen Direktinvestitionen belaufen sich auf 100 Mio. Euro [Stand 2016].

GABS
Ehemalige Außenministerin Kenias, Dr. Amina Mohammed, und Brigitte Zypries, damalige Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, anlässlich des German-African Business Summit im Februar 2017 in Nairobi © AHK

2017 exportierte Deutschland nach Kenia Waren im Wert von 253 Mio. Euro und importierte Waren im Wert von knapp 92 Mio. Euro. Die wichtigsten deutschen Exportgüter nach Kenia sind Maschinen, Nahrungsmittel sowie Kraftfahrzeuge und Ersatzteile. Deutschland importiert aus Kenia insbesondere Agrarprodukte wie Schnittblumen, Tee, Kaffee und Gemüse.

Zwischen Deutschland und Kenia bestehen zwei Abkommen auf wirtschaftlichem Gebiet. Das Doppelbesteuerungsabkommen ist 1980 in Kraft getreten ist. Im Jahr 2000 ist ein Investitionsschutzabkommen rechtsverbindlich geworden.







Außenwirtschaftsförderung

Das System der Außenwirtschaftsförderung ist durch Aufgabenteilung zwischen Staat und Wirtschaft gekennzeichnet. Um die deutschen Unternehmen bestmöglich zu unterstützen, arbeitet die Botschaft eng mit der Delegation der deutschen Wirtschaft (AHK) und dem Berichterstatter von Germany Trade & Invest zusammen.

Die Botschaft gewährleistet die Koordinierung, pflegt die Kontakte zu relevanten Institutionen und den staatlichen Stellen Kenias, setzt sich für die Verbesserung des Marktzugangs für deutsche Unternehmen ein und gewährt wo notwendig auch direkte Unterstützung. Dies gilt insbesondere für kleinere und mittlere deutsche Unternehmen.

Energie

Die Regierung Kenias möchte bis zum Jahre 2030, laut des Wirtschaftsplans „Vision 2030“, allen Bürgern eine höhere Lebensqualität in einer sauberen und sicheren Umgebung  bieten. Erneuerbare Energien spielen dabei eine Schlüsselrolle. Als Vorreiter im Bereich Stromerzeugung aus der  Geothermie und die Verpflichtung zum Pariser Klimaabkommen 2015, beweist Kenia sichtbar Bestreben im Kampf gegen den globalen Klimawandel.

Solar-hybrid mini-grid in Talek, Narok County
German Development Cooperation is contributing to an environmentally-friendly and secure energy future in Kenya. © GIZ/Alex Kamweru

Die kenianische Regierung verfolgt das Ziel, die gesamte Bevölkerung in naher Zukunft mit Energie zu versorgen und die wirtschaftliche Produktivität zu steigern, mit Entschlossenheit: Daher hat sie in den vergangenen Jahren verstärkt in erneuerbare Energien investiert. Noch im Jahr 2011 verfügten lediglich 25% der kenianischen Bevölkerung über einen Elektrizitätsanschluss. Das Teilziel der kenianischen Regierung für das Jahr 2020 lag ursprünglich bei einer Elektrizitätsversorgung der Bevölkerung von 65%. Da die Elektrifizierungsrate kenianischer Haushalte aber bereits im Jahr 2017 bei 70% lag, wurde das Ziel verschärft und für das Jahr 2020 wird nun der „universelle“ Elektrizitätszugang angestrebt. Es bleiben jedoch etliche Hürden zu überwinden, um eine universelle Vernetzung zu erreichen. Dies betrifft unter anderem eine rapide wachsende Bevölkerung und eine mangelnde ausgebaute ländliche Infrastruktur, welche gegenwärtig eine weitere und effiziente Bereitstellung hindert.

Der kenianische Energiemix besteht bereits zu 85% aus erneuerbarer Energie. Das Rückgrat der nationalen Stromerzeugung bildet die Energiegewinnung aus Geothermie und Wasserkraftwerken. Dies beweist sich als überaus erfolgreich. Mit einer Kapazität von 585 Megawatt ist Kenia der weltweit achtgrößte Lieferant von Strom, welcher aus Erdwärme gewonnen wird.

Seitdem die Preise für Photovoltaik-Elemente auf dem Weltmarkt rapide gesunken sind, ist das Marktpotenzial der Solarenergiebranche erheblich gestiegen. Zudem spielt im kenianischen Energiemix Windkraft eine immer wichtiger werdende Rolle. Einer der größten Windparks in Afrika wird demnächst im Norden von Kenia eröffnet.

German Embassy Green Economy Cycle (GEGEC)

Der durch die Botschaft initiierte und gemeinsam mit der AHK organisierte „German Embassy Green Economy Cycle“ (GEGEC) hat in den Jahren 2016 und 2017 in Veranstaltungen in Form von Workshops, Konferenzen und technischen Trainings bereits mehr als 1.000 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, internationalen Organisationen, Botschaften, öffentlichem Sektor und Regierung in Kenia erreicht und mit deutschen Wirtschaftsvertretern in Kontakt gebracht und deutsches Know-how vermittelt. Die Veranstaltungen in den Bereichen nachhaltiges Bauen, nachhaltige Landwirtschaft, Abfallentsorgung, technische Berufsausbildungsprogramme, grünes Unternehmertum und dessen Finanzierungsmöglichkeiten bieten eine Plattform zum Austausch zwischen den Teilnehmern über Lösungen zur Verwirklichung von wirtschaftlichem Wachstum unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Ziele von Klima- und Umweltschutz durch klimafreundliche Technologien, die zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaftsweise beitragen. Dabei werden die Teilnehmer für umweltfreundliche Technologien, Innovationen und Wirtschaftsstrategien sensibilisiert.

GEGEC
Ständiger Vertreter und Leiter des Wirtschaftsreferates, Michael Derus, beim German Embassy Green Economy Cycle © AHK

In Anknüpfung an die Erfolge der letzten beiden Jahre wurde der GEGEC im Jahr 2018 unter dem Thema „Erfolgsbeispiele mit deutscher Beteiligung für Grünes Wirtschaften in Kenia“ fortgesetzt. Im Rahmen des GEGEC 2018 hat die Botschaft u.a. eine Wanderausstellung zur deutschen Energiewende, die hochrangig durch Botschafterin und den Exekutivdirektor von UN Environment sowie die Exekutivdirektorin von UN-Habitat eröffnet wurde, gezeigt. Außerdem bildete eine Konferenz zu Partnerschaften zwischen Deutschland und Kenia im Kampf gegen den Klimawandel (“Switching on „Green“: Partnerships with Kenya for Combating Climate Change”) einen weiteren Höhepunkt. Darüber hinaus gab es ein Expertentreffen zu nachhaltiger Abfallentsorgung sowie eine Masterclass über „Big Data“ im Zusammenhang mit Grünem Wirtschaften. Abschließend werden ein Feldbesuch einer Wasserkraftanlage als Erfolgsbeispiel Grünen Wirtschaftens durchgeführt sowie über die Publikation „Guide to Green Economy in Kenya“ Beispiele Grünen Wirtschaftens einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.


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