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Kenia: Beziehungen zu Deutschland

15.08.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Deutschland und Kenia pflegen traditionell enge und partnerschaftliche Beziehungen, die auf einem breiten Austausch im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich gründen. Deutschland war der erste Staat, der Kenia nach der Unabhängigkeit im Jahr 1963 völkerrechtlich anerkannte. Der regionalpolitische Stellenwert macht Kenia zu einem wichtigen Ansprechpartner in einer von zahlreichen Krisen gezeichneten Region. Bundesaußenminister Steinmeier besuchte Kenia im Februar 2015, Bundesminister Müller im März 2016 und August 2019. Der kenianische Staatspräsident Kenyatta war im April 2016 in Berlin. Kenia ist eines der wichtigsten Partnerländer der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Deutsche Medien sowie die Mehrzahl der deutschen politischen Stiftungen unterhalten in Nairobi Regionalbüros.

Wirtschaftsbeziehungen und Entwicklungszusammenarbeit

Das deutsche wirtschaftliche Interesse an Kenia verstärkte sich über die letzten Jahre zunehmend und weitere Firmen aus Deutschland siedelten sich in Kenia an.  Kenia ist der  wichtigste Wirtschaftspartner Deutschlands in Ostafrika dar. Die Einfuhren von Kenia nach Deutschland beliefen sich im Jahr 2018 auf 133,9 Millionen Euro (2017: 144,38 Millionen Euro). Deutsche Ausfuhren nach Kenia betrugen im Jahr 2018370 Millionen Euro (2017: 307 Millionen Euro).

Wichtigste deutsche Exportgüter nach Kenia sind Solar- und Windtechnik, Maschinen, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie Kfz. Deutschland importiert aus Kenia insbesondere Schnittblumen, Tee, Kaffee und Gemüse.

Kenia und Deutschland unterzeichneten 1979 ein Doppelbesteuerungsabkommen und 2000 ein Investitionsschutzabkommen. Die “German Business Association” (GBA) besteht in Kenia seit 1987. Die Messe Frankfurt hat 2011 ein Regionalbüro in Nairobi eröffnet. Neben der GBA ist die deutsche Wirtschaft seit März 2012 durch einen Delegierten sowie einen Korrespondenten der GTAI vertreten. Im Oktober 2015 hat die Lufthansa nach 16-jähriger Pause den Flugverkehr nach Nairobi wieder aufgenommen.

Kenia ist ein wichtiger Partner deutscher Entwicklungszusammenarbeit. Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sind Landwirtschaft, und Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung/Jugendbeschäftigung. Darüber hinaus gibt es langjährige und finanziell bedeutende Engagements in den Bereichen “Good Governance” und Energie. Neben dem BMZ sind auch andere Bundesressorts mit Vorhaben in Kenia aktiv (so v.a. AA und BMUB). Durch weitere Vorhaben summiert sich die Zusammenarbeit auf über 100 Mio. Euro in den nächsten zwei Jahren. Regional konzentriert sich die EZ auf Nairobi sowie den Westen und Norden Kenias.

Kulturelle Beziehungen

Wissenschaftliche Zusammenarbeit, Stipendien und Sportförderung bilden Schwerpunkte der kulturpolitischen Kooperation. Seit Januar 1988 wird Deutsch an mittlerweile 140 kenianischen Oberschulen unterrichtet.

Das Goethe-Institut in Nairobi engagiert sich im Bereich Förderung der deutschen Kultur und Sprache und besteht seit 1963 in Kenia. Das Regionalbüro des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Nairobi besteht seit 1974. Es fördert den wissenschaftlichen Austausch zwischen Kenia und Deutschland. In einer Vielzahl von Programmen unterstützt der DAAD besonders begabte kenianische Studierende mit Stipendien sowohl in Deutschland als auch in Kenia. Ferner ist der DAAD im Bereich des Hochschulmanagements aktiv und vermittelt Kontakte zwischen deutschen und kenianischen Bildungseinrichtungen. Darüber hinaus vergab der DAAD 300 Sur-Place-Stipendien an Studenten der Universität von Garissa.

2017 wurde ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, wonach Deutschland Kenia bei der Errichtung einer ostafrikanisch-deutschen Fachhochschule unterstützen möchte.

Die Deutsche Schule in Nairobi führt mit circa 200 Schülern und Kindern im Kindergarten als deutschsprachige Auslandsschule bis zum Abitur. Neben einem Stipendienprogramm für Kenianer hat die Deutsche Schule den zweisprachigen Unterricht ausgeweitet und die deutsche internationale Abiturprüfung (diap) als Abschluss eingeführt, um die Schule auch für kenianische und Schüler der internationalen Gemeinde attraktiver zu machen.

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